Ja, einiges hört sich sehr paradox an beim Singen(wieder-lernen).
Zum Beispiel singt man besser, wenn man nicht übers Singen nachdenkt. Oder auch während des Singens nicht denkt. Den Fokus vom Zuhörer auf das eigene Spüren legt. Und vor allem nicht auf das, was man glaubt von sich zu hören.
Letztendlich sind diese Dinge nicht wirklich paradox, sondern nur anders als wir gehört, gelernt, es die Menschen sich erklärt haben. Oder mit Absicht falsch gelehrt wurden. Weiß man ja nicht so genau.
Meine Nachricht heute richtet sich speziell auf "Ausdruck geht nach innen". Das war im Laufe der vergangenen Woche das Thema und ich schlage noch Brücken dazu.
Irgendwie singen wir alle raus. Wir teilen uns ja schließlich der Außenwelt mit, die Stimme ist Kommunikation (mit der Außenwelt), nutzen sie nicht mehr für uns selbst.
Technisch kommt der Klang, dann das Wort, der Satz, der Text und dann geht es raus.
Doch was ist, wenn du das mal umdrehst? Also Wort, Satz, Text kommt zum Klang, also in den Körper rein. Und dann kommt Physik, nach der sich der Klang einfach so verbreitet. Ganz ohne zutun. Ändert das etwas?
Die Außenwelt nimmt uns immer noch wahr. Vielleicht sogar viel deutlicher, denn sie hört uns nicht nur.
Und wie ist das mit der Stimme für uns selbst nutzen? Ich gehe jetzt nicht auf die guten Wirkungen des Singens ein. Die findet man ja überall.
Erstmal ist eine der Wirkungen für uns, dass, wenn wir hören, was wir sagen, uns bewusst wird, was in unserem Kopf vorgeht.
Vor Jahren hat es mal einer meiner Schüler sehr schön formuliert "Laut ausgesprochen hört sich das sehr unlogisch an".
Und wie oft antworten wir "weiß ich nicht" auf Fragen deren Antworten uns echt weiterhelfen würden?
Vielleicht aus Scham, dass wir das im Kopf haben? Vielleicht aus Angst, wer man wäre ohne diesen Gedanken? Weil man denkt der Gedanke, die Gedanken machen einen aus?
Wenn das Wort zum Klang wird, hat dein Körper auch eine Möglichkeit zu wirken, für dich. Nicht jedes gesagte Wort verkörpert. Der Körper klingt nicht zwingend mit allem. Das habe ich bei einem Telefonat am Dienstag Abend bemerkt. Denn sofort war meine Stimme "weg". Einmal um mir zu zeigen, dass ich dazu nichts zu sagen habe und vor allem auch nicht brauche. "Nein" konnte ich sehr klar sagen. Und um mir zu zeigen, dass ich in mir bleibe, meinem Körper die Führung überlasse und traue. Dem, was mir begegnete keinen Raum in mir zu geben. Mein Körper wusste das direkt, ich habe es jetzt beim Schreiben komplett erfasst.
Unser Körper schützt uns, bevor wir es wissen
Ja, in jeder Gefahrensituation sind die Reflexe des Körpers das, was uns vor Schlimmerem bewahrt. Dafür müssen wir in ihm sein. Also nicht im Kopf. Der zählt nicht als "Körper". Der erzählt uns nämlich auch, dass wir im Körper wären, ohne dass wir das sind.
Ploppt jetzt das nächste Paradoxon auf? Wie kann ich nicht in meinem Körper sein?
Ehrlich gesagt ist das sogar häufig der Fall. Wenn uns was weh tut im Körper, müssen wir doch im Körper sein, sonst würden wir das doch nicht...?
Hm, Forschungen haben bestätigt, dass Schmerz nur im Kopf ist. Die Nerven im Körper senden zwar, doch wie das "ausgelesen" wird, ist Kopfsache... Und wenn Nerven senden, weil sie immer weiter gereizt werden, durch Quetschung, Reibung, gehen wir aus dieser Stelle im Körper raus. Um nicht wahnsinnig zu werden. Nur spüren wir dann nicht mehr, wenn der Nerv nicht mehr gequetscht, gereizt ist.
Und die Worte, die wir benutzen, gibt uns Hinweise und Fragen können uns bewusst machen, ob wir in unserem Körper sind.
"Spüren". Und sich auch wirklich darauf einlassen.
"Wie spürt sich das an?" "Wo spürst du das im Körper?"
Und wenn du etwas änderst, z.B. Muskeln im Rücken für den Atem aktivierst, ändert sich das, was du spürst. So spürst du auch, dass du wirklich im Körper spürst und nicht im Kopf fühlst, bist, ohne Körper.
So wie du singst so lebst du
Ein Satz, der mir vor Jahren kam. Und er ist wahr. Wenn er jetzt triggert, erinnere dich, dass die Wahrheit dich befreit. Auch wenn sie dich erst anpisst.
Wenn dich der Satz "so wie du singst so lebst du" anpisst, dann frage dich mal, was genau daran dich anpisst.
Bei mir sind quasi eine Reihe Dominosteine umgefallen. Zuerst wie ich mir das Singen schwer gemacht habe, zeitweise die Freude daran abgegeben habe. Und vor allem, dass ich lange nicht hinterfragt habe. Und dann, dass all das im Leben gilt, in jedem Lebensbereich. Schwer machen, dadurch die Freude abgeben. Und all das kostet richtig viel Energie.
Wenn ich der Reihenfolge auch zum "da raus kommen" folge, also leicht machen, Freude zurück holen, Energie haben, ist das wie beim Singen "Klang, Wort, raus".
Was macht die Reihenfolge "Energie zurückrufen (und ja, mit der kompromisslosen Einstellung und der Intention 'ich rufe alle meine Energie zu mir zurück' und im Körper sein funktioniert), Freude haben (jedes Stück Freude bewusst machen stärkt Freude) und ZULASSEN, das es leicht sein darf.
Wie spürst du das in deinem Körper? Wo? Und was spürst du unter all dem Gewohnten?
Schreib mir gerne deine Erfahrung.
Neue Songs veröffentlichen
David, der Gitarrist, der mich begleitet hat, hat mir geschickt, dass er in seiner neuen Wirkungsstätte für die Menschen "Schaffenskraft" spielt und singt. Da ist mir sehr deutlich bewusst geworden, dass ich die neuen Songs immer noch nicht veröffentlicht habe.
Ich habe fast alle schon mal live in die Welt gebracht und niemand kann sie Nachhören? Das will ich schnellstmöglich ändern.
Wenn es soweit ist, erfährst du es hier als Erste/r.
Von Herzen, Sabine
Termine:
Donnerstags 18 Uhr "gemeinsam Singen" Haupersweiler
Sonntag, 6.9.26, 4.10.26 und 1.11.26 ab 18 Uhr "gemeinsam Singen für Frauen" Fun-Music-School St. Wendel
Samstag, 2.10.26 ab 19:30 "Bühne Frei" der Frauenbeauftragten des Kreises, Bliestalhalle Oberthal